Donnerstag, 20. Dezember 2007 

 

Alt-Nazi belästigt jugendliche Migranten

Ein erfreulicher Fall von Zivilcourage ist aus München zu vermelden: Ein Grieche und ein Türke, die am Donnerstag nach anstrengender Arbeit friedlich in der U-Bahn der Linie U4 saßen und über korrekte deutsche Grammatik philosophierten, wurden von einem 76jährigen Altnazi belästigt, der vermutlich intensiv am Holocaust mitgewirkt hat. Der Mann beschimpfte die beiden Jugendlichen aufs Übelste und wollte seine Zigarette auf ihnen ausdrücken. 

Nach mehrmaligem Bitten, dies zu unterlassen, verließen die beiden die U-Bahn  in der Station Arabellastraße. Der unbelehrbare Altnazi verfolgte sie, so dass sie sich schließlich auch körperlich gegen die andauernden Beleidigungen wehren mussten. Für eventuelle leichte Überreaktionen der Jugendlichen ist ihrer mediterranen Herkunft wegen Verständnis zu zeigen. Mitreisende, die den Vorfall beobachteten, entfernten sich, ohne den beiden Jugendlichen beizustehen. Die jungen ausländischen Mitbürger konnten schließlich den Altnazi überwältigen und - nachdem sie sich vergewissert hatten, dass dieser nicht ernstlich verletzt war -  die U-Bahnstation verlassen. 

Der Vorfall ist ein neuerliches Beispiel dafür, wie InländerInnen einer Integration von MigrantInnen im Wege stehen. Deshalb müssen die Projekte für Integration und multikulturelles Verständnis ausgebaut werden. InländerInnen sollten vermehrt, beginnend in der Kita, Griechisch- und Türkischkurse besuchen. Es darf nicht sein, dass sich MigrantInnen von Alt-Nazis belästigt fühlen. Wehret den Anfängen!

Oberbürgermeister Ude beklagte unmittelbar nach diesem rechtsextremen Angriff auf Demokratie und Toleranz den Mangel an Zivilcourage, forderte das sofortige Verbot der NPD und eine merkliche Erhöhung der staatlichen Zuschüsse zur Bekämpfung der Fremdenfeindlichkeit. 

Obwohl sie in ihrer bescheidenen Art kein Aufhebens ihrer Tat machen wollten, hat Bundespräsident Horst Köhler entschieden, sie mit dem Bundesverdienstkreuz auszuzeichnen. Er wird in seiner Ansprache zum Weihnachtsfest die Bevölkerung aufrufen, großherzig für benachteiligte MigrantInnen zu spenden und jederzeit gegen Fremdenhass und Antisemitismus einzutreten. 

Bitte beachten Sie auch die Hinweise zu den geplanten Lichterketten-Aktionen in den meisten deutschen Großstädten.

Quelle: Internet 

 

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