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Berlin/Warschau (dpa)
- Deutschland will sich an der Sanierung der KZ-Gedenkstätte
Auschwitz-Birkenau in Polen beteiligen, sagte eine Sprecherin des
Auswärtigen Amtes. „Wir betrachten es weiterhin als eine Kernaufgabe
Deutschlands, die Erinnerung an den Holocaust wachzuhalten“, betonte
sie. Vor Jahren hat Deutschland bereits 15 Millionen Euro für den
Unterhalt der Gedenkstätte zur Verfügung gestellt. Polen hat sich
verpflichtet, die laufenden Kosten zu tragen.
Auch Volkhard
Knigge, Historiker und Direktor der KZ-Gedenkstätte Buchenwald bei
Weimar, setzt sich dafür ein, dass sich die Bundesregierung weiter
finanziell am Erhalt der Überreste des Vernichtungslagers Auschwitz
beteiligt. Deutschland und Polen hätten in dieser Frage bereits Anfang
der 90er-Jahre konstruktiv zusammengearbeitet.
Die
ehemaligen Konzentrationslager seien schwierig zu erhalten, sagte
Knigge. In Auschwitz sei in den vergangenen Jahrzehnten sehr viel
verloren gegangen. Jede Restaurierung vernichte historische Spuren, auf
die es ankomme. Denn es gebe auch das Problem der „falschen
Ästhetisierung“ der Gedenkstätten, meinte Knigge. Gerade
Auschwitz-Birkenau habe durch Sanierungen und durch
landschaftsgärtnerische Maßnahmen etwas von seiner Schroffheit
verloren. Knigge sprach sich dafür aus, die Bausubstanz im derzeitigen
Zustand zu konservieren. In keinem Fall sei eine Rekonstruktion
sinnvoll. Dies sähe nur nach Neubau und Baumarkt aus und öffne
Holocaust-Leugnern möglicherweise Tür und Tor.
Ohne
ausländische Hilfe droht der Gedenkstätte Auschwitz der Verfall.
Museumsdirektor Piotr Cywinski hatte bereits im vergangenen Sommer die
internationale Gemeinschaft um Finanzhilfe ersucht. Für anstehende
Renovierungen brauche die Gedenkstätte rund 50 Millionen Euro. Aus dem
polnischen Staatshaushalt bekomme sie jährlich umgerechnet nur 2,5
Millionen Euro, weitere 2,5 Millionen erwirtschafte das Museum aus
Bücherverkauf, Führungen und Parkgebühren. Bislang hatte es keine
offizielle Reaktion aus Deutschland auf diesen Appell gegeben, sagte
ein Museumssprecher. 2008 gab es einige kleinere Initiativen: Die
Stadt München schenkte der Gedenkstätte einen Bus, ein weiteres
Fahrzeug übergab der Automobilkonzern VW. Zudem wurden mit
Unterstützung Niedersachsens und Nordrhein-Westfalens zwei Projekte -
Renovierung des Zauns und der Dokumente - realisiert. Auf EU-Ebene wird
derzeit über die Schaffung einer internationalen Stiftung mit einem
Gründungskapitel von 120 Millionen Euro verhandelt. Die Zinsen sollten
zur Erhaltung der Gedenkstätte eingesetzt werden.
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