| Home Übersicht Politik Artikel drucken Kommentare | 23.12.2008, 13:52 Uhr – ddp |
Sorge über Antisemitismus
Zentralrat der Juden: Immer mehr Bedrohungen
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Berlin (ddp). Der Zentralrat der Juden ist besorgt über den
Antisemitismus in Deutschland. Generalsekretär Stephan Kramer sagte
am Dienstag der Nachrichtenagentur ddp, die Lage spitze sich »weiter
zu«. So gebe es immer mehr Bedrohungen von jüdischen Funktionären.
Außerdem seien Schändungen von Friedhöfen und Schmierereien an
Gemeinden »an der Tagesordnung«.
Kramer forderte »einen Mix aus Repression und Prävention« gegen
den Rechtsextremismus. So müssten Polizei, Justiz und
Verfassungsschutz schon bei kleinsten Verstößen klar machen, »dass
der Staat nicht wehrlos ist«.
Die stellvertretende FDP-Fraktionschefin Sabine
Leutheusser-Schnarrenberger betonte, gerade auch »das hohe Ausmaß an
latentem Antisemitismus« gebe Anlass zur Sorge. Sie verwies zugleich
auf die »zunehmende Militanz der Rechtsextremen«. Dieses Problem habe
der »feige Mordanschlag« auf den Passauer Polizeichef Alois Mannichl
auf dramatische Weise sichtbar gemacht.
Die frühere Bundesjustizministerin forderte einen
»Strategiewechsel« beim Vorgehen gegen den Rechtsextremismus.
Notwendig sei ein »neuer Konsens« aller demokratischer Parteien. Sie
fügte in einem ddp-Interview hinzu: »Wir sollten uns konkret
verabreden, wie wir inhaltlich mit dem Programm und den Zielen und
Strategien der NPD umgehen.« Dann könne diese Partei »politisch
zerschlagen werden«.
Kramer sagte, es gebe Hunderte Beispiele, wie sich die
rechtsextremistische Szene weiter vernetze und verbreite. Sie bedrohe
dabei »völlig ungeniert nicht nur Politiker und Vertreter unserer
Religionsgemeinschaft, sondern auch politische Aktivisten mit
Körperverletzungen und sogar der Tötung«.
Der Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland fügte
mit Blick auf die NPD-Debatte hinzu, er halte »grundsätzlich nichts
von einem Parteienverbotsverfahren«. Er betonte: »Ein Parteienverbot
wäre eine Bankrotterklärung unserer Demokratie über die
Freiheitsrechte unserer Verfassung.« Um Straftaten der Rechtsextremen
zu bekämpfen, brauche man »nur das Strafrecht sowie eine effiziente
Polizei und Justiz«. Die politische Auseinandersetzung müssten die
gewählten Politiker »schon selbst« führen.
Leutheusser-Schnarrenberger äußerte sich ebenfalls skeptisch über
Forderungen nach einem Verbot der NPD. Sie betonte: »Auch wenn man
die Verfassungsfeindlichkeit der NPD nicht bezweifelt, bleibt es
fraglich, ob deren gerichtsfester Nachweis gelingt." Die
FDP-Politikerin forderte, statt dessen Programme zur Bekämpfung von
Gewaltbereitschaft, Fremdenfeindlichkeit und Extremismus zu
verstärken.
(ddp)
Lazertis schrieb am 22.12.2008:
Klingt ja interessant, welche Erkenntnisse Müntefering nun plötzlich bezüglich der ... mehr
Hubert Reischmann schrieb am 21.12.2008:
Sind denn Einkommensverluste für die Ärzte schlimmer als bei den ... mehr
Politkverdrossener schrieb am 20.12.2008:
Dies kann durchaus sein, denn sie wurde im Rahmen ihrer ... mehr
