Der Klimawandel steht im Mittelpunkt der Frühjahrstagung der evangelischen Landessynode. Das Kirchenparlament der bayerischen Protestanten will Möglichkeiten eines verbesserten Klimaschutzes in kirchlichen Einrichtungen ausloten.
Mit einem Gottesdienst in der Bad Windsheimer St. Kilians-Kirche beginnt die Frühjahrstagung der evangelischen Landessynode. Schwerpunktthema der bis zum 2. April dauernden Tagung ist das Thema "Klimawandel". Unter dem Motto "Mit Energie für gutes Klima" sollen von dem Kirchenparlament der 2,6 Millionen bayerischen Protestanten Impulse für umweltgerechtes Handeln in den rund 1.530 evangelischen Kirchengemeinden ausgehen.
Selbst Verantwortung übernehmen
"Wir wollen nicht unsere Erwartungen an Andere formulieren, sondern
selbst Schritte in Richtung eines verbesserten Klimaschutzes tun",
sagte der Sprecher der Landeskirche, Johannes Minkus. Ziel sei die
Verabschiedung eines "Impuls"-Papiers. Als Fachmann hat die Synode für
Dienstag den Bayreuther Klimaforscher Professor Thomas Foken sowie
den Professor für Altes Testament der Augustana-Hochschule
Neuendettelsau, Helmut Utzschneider, eingeladen. An einer
Podiumsdiskussion zum Thema "Schritte zur Klimaverantwortung" nehmen
unter anderem der BMW-Umweltbeauftragte, Klaus Scheurer, der
Vorsitzende des Bundes Naturschutz Bayern, Hubert Weiger, der
Umweltbeauftragte der bayerischen Landeskirche, Wolfgang Schürger
und der bayerische Umweltminister Markus Söder (CSU)
teil.
Für gelebten Klimaschutz will sich der Dekanatsausschuss Freising mit
seiner Forderung nach einem Verzicht auf den Bau der dritten Startbahn
auf dem Münchner Flughafen einsetzen. Ein entsprechender Antrag der
Kirchenbasis aus dem Flughafen-Umland steht aller Voraussicht nach am
Donnerstag auf der Tagesordnung.
Kontroverse über Verhältnis von Juden und Christen
Eine kontroverse Debatte wird auch über ein bei der Herbstsynode 2008 verabschiedetes Papier zum Verhältnis von Juden und Christen erwartet. Kritiker der Erklärung bewerten die Einschätzung, Ziel des Dialogs mit Juden dürfe nicht deren Konvertierung zum Christentum sein, nachträglich als problematisch. Sie forderten daher eine erneute Beratung dieses Punktes.
Die Landesynode der evangelischen Kirche in Bayern ist das sogenannte Kirchenparlament. Sie verfügt über weitreichende Kompetenzen und Befugnisse. Das Gremium bildet zusammen mit Landesbischof und Landeskirchenrat die Kirchenleitung der rund 2,6 Millionen bayerischen Protestanten. Als kirchenleitendes Organ verabschiedet die Synode Kirchengesetze, beschließt den Haushalt, entscheidet in Personalfragen und wählt den Landesbischof oder die Landesbischöfin. Die Synode tagt im Frühjahr und im Herbst eines Jahres an unterschiedlichen Orten.
Die meisten der 108 Mitglieder der Synode sind Nicht-Theologen. Außerdem gehören dem evangelischen Kirchenparlament gewählte Vertreter aus der Pfarrerschaft und berufene Synodale an, darunter der ehemalige bayerische Ministerpräsident Günther Beckstein (CSU). Die Amtsperiode der Synode dauert sechs Jahre. Das griechische Wort Synode heißt "gemeinsamer Weg" oder "Versammlung zur Beratung".