Benjamin
Schöler - Vortrag zum 50. Todestag des NS-Physikers Johannes Stark
Aus dem Internet:
"Normalerweise veröffentlichen wir keine Veranstaltungsaufrufe und
schon gar nicht zu gutmenschlichen Veranstaltungen. Da der nachfolgende
Aufruf allerdings von unserem guten Freund Benjamin Schöler stammt, machen
wir gerne eine Ausnahme. Schöler hatte uns vergangenes Jahr angezeigt und
uns einige Stunden Hausdurchsuchung und Verhör beschenkt, da unsere
Meinungen offenbar nicht der Meinung Schölers entsprachen, was
offensichtlich bei Menschen vom Kaliber eines Schöler genügt, um eine
Anzeige wegen Gedankenverbrechen einzuleiten. Aber genug von der
Vergangenheit, kommen wir jetzt lieber zu Schölers Aufruf, den wir im
Wortlaut wiedergeben werden. Wer nähere Informationen möchte, findet am
Ende des Aufrufs die persönlichen Kontaktdaten von Schöler, der sicherlich
gerne bereit ist, weitergehende Fragen zu beantworten."
Betreff: Vortrag zum 50.
Todestag des NS-Physikers Johannes Stark (Greifswald, 25.6.2007)
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Herzliche Einladung zum Vortrag am 25. Juni 2007:
“Nobelpreisgekrönter Nationalsozialist” - Vortrag zum 50. Todestag des
NS-Physikers Johannes Stark (1874-1957)
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Morgen jährt sich zum
50. Mal der Todestag des Greifswalder Physikers und Nobelpreisträgers
Johannes Stark, der einer der prominentesten Vertreter des
Nationalsozialismus im Bereich der Wissenschaft war. Mit seinem aggressiven
Antisemitismus ist Stark, der schon vor der Machtübernahme der
Nationalsozialisten eine von allem “Jüdischen” bereinigte “Deutschen
Physik” konzipiert hatte, zweifellos einer der geistigen Wegbereiter des
Holocaust. An der Universität Greifswald, wo er von 1917 bis 1920 gewirkt
hat, wird Johannes Stark seit 1974 mit einer Gedenktafel geehrt, die sich über
dem Eingang des alten Physikalischen Instituts (Domstraße 10a) befindet.
Die Evangelische
Studentengemeinde Greifswald will zusammen mit dem Physikalischen Institut
der Universität Greifswald eine kritische Auseinandersetzung mit Johannes
Stark anregen. Der Wissenschaftshistoriker Dieter Hoffmann vom Berliner
Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte spricht am 25. Juni um
20.00 Uhr in den Räumen der ESG im Lutherhof (Martin-Luther*-Straße
zum Thema “Johannes Stark. Ein Physiker im Spannungsfeld von Physik und
Politik”. Weitere Informationen in der Anlage.
Mit freundlichen Grüßen,
Benjamin Schöler
*PS: Ein übler Antisemit
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Benjamin Schöler
Steinstraße 3
17489 Greifswald
Festnetz:
+49-(0)3834-766305
Mobil: +49-(0)176-70098320
Fax: +49-12120-224386
Email: benjamin.schoeler@gmx.de
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"In der Anlage, die
vom Physikalischen Institut der Universität Greifswald und der
Evangelischen Studentengemeinde herausgegeben wurde, lässt sich Folgendes
lesen:"
„Nobelpreisgekrönter
Nationalsozialist“. Vortrag zum 50. Todestag des Physikers Johannes Stark
(1874-1957)
Eine Vielzahl von
Gedenktafeln erinnert in Greifswald an verdienstvolle Wissenschaftler der
Universität. An herausgehobener Stelle, am Turm des alten Physikalischen
Instituts, ehrt seit 1974 eine Gedenktafel den Physiker Johannes Stark. Im
Jahre 1919 war der damalige Direktor des Greifswalder Physikalischen
Instituts für seine Bahn brechenden Entdeckungen im Bereich der
Gasentladungsphysik mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Starks
leidenschaftliches Engagement für die Wissenschaft verband sich dabei stets
mit politischen Zielen, die ihn bereits zu Beginn der Weimarer Republik zum
aktiven Vorkämpfer des Nationalsozialismus werden ließen. In Adolf Hitler
fand Stark ein bewundertes Vorbild, hatte der Physiker doch schon 1912 von
einem Ausgreifen Deutschlands nach Osten geträumt, indessen Folge die
„eingeborene kulturell niedrig stehende Bevölkerung“ unterworfen werde
oder untergehen müsse.
Mit seinem plumpen
Versuch, einen Unterschied zwischen der als „jüdisch“ diffamierten
theoretischen Physik Einsteins und der wahren „Deutschen Physik“ zu
konstruieren, geriet Stark bald in die wissenschaftliche Isolation. Nachdem
er 1920 nach Würzburg gewechselt war, musste er auf äußeren Druck hin
bereits 1922 von seinem Lehrstuhl zurücktreten. Nach der Machtübernahme
der Nationalsozialisten erfolgte 1933 ein steiler Aufstieg. Stark verwies
darauf, sich als „Nobelpreisgekrönter deutscher Wissenschaftler und
zugleich kämpferischer Nationalsozialist“ bereits 1923 Adolf Hitler persönlich
zur Verfügung gestellt zu haben. Dafür wurde er mit einflussreichen Ämtern
belohnt: seit 1933 Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt,
wurde er 1934 zudem Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.
Ausgerechnet sein
kompromissloses Beharren auf seinen antisemitischen Positionen, durch die er
als einer der geistigen Wegbereiter des Holocaust zu gelten hat, brachte
Stark jedoch schließlich in Widerspruch zu einflussreichen NS-Politikern,
die die Bedeutung der von Stark bekämpften theoretischen Physik für militärische
Zwecke erkannt hatten. Stark ging 1939 in den Ruhestand, setzte aber auch
als Privatmann seinen Kampf für die „Deutsche Physik“ fort. Nach
Kriegsende wurde er als „Hauptschuldiger“ zu vier Jahren Zwangsarbeit
verurteilt, jedoch bald wieder entlassen und die Strafe zu einer Geldstrafe
reduziert. Am 21. Juni 1957 starb Johannes Stark in Traunstein.
Aus Anlass seines 50.
Todestages will die Evangelische Studentengemeinde Greifswald zusammen mit
dem Physikalischen Institut der Universität Greifswald eine kritische
Auseinandersetzung mit Johannes Stark anregen. Der Wissenschaftshistoriker
Prof. Dieter Hoffmann vom Berliner Max-Planck-Institut für
Wissenschaftsgeschichte spricht am 25. Juni um 20.00 Uhr in den Räumen der
ESG im Lutherhof (Martin-Luther-Straße
zum Thema „Johannes Stark. Ein Physiker im Spannungsfeld von Physik und
Politik“. Der Eintritt ist frei.
"Auch wenn wir aus dem
politischen Exil heraus nicht die Möglichkeit haben werden, dieser
Veranstaltung beizuwohnen, bedanken wir uns dennoch recht herzlich bei
Benjamin Schöler für die Einladung. Warum und woher wir diese Einladung
erhalten haben, weiß nur der Himmel, aber die Wege des Herren sind halt
manchmal unergründlich, selbst für Atheisten."
Quelle:
Internet