Montag, 25. Juni 2007 

 

Benjamin Schöler - Vortrag zum 50. Todestag des NS-Physikers Johannes Stark

Aus dem Internet: "Normalerweise veröffentlichen wir keine Veranstaltungsaufrufe und schon gar nicht zu gutmenschlichen Veranstaltungen. Da der nachfolgende Aufruf allerdings von unserem guten Freund Benjamin Schöler stammt, machen wir gerne eine Ausnahme. Schöler hatte uns vergangenes Jahr angezeigt und uns einige Stunden Hausdurchsuchung und Verhör beschenkt, da unsere Meinungen offenbar nicht der Meinung Schölers entsprachen, was offensichtlich bei Menschen vom Kaliber eines Schöler genügt, um eine Anzeige wegen Gedankenverbrechen einzuleiten. Aber genug von der Vergangenheit, kommen wir jetzt lieber zu Schölers Aufruf, den wir im Wortlaut wiedergeben werden. Wer nähere Informationen möchte, findet am Ende des Aufrufs die persönlichen Kontaktdaten von Schöler, der sicherlich gerne bereit ist, weitergehende Fragen zu beantworten."

Betreff: Vortrag zum 50. Todestag des NS-Physikers Johannes Stark (Greifswald, 25.6.2007)

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Herzliche Einladung zum Vortrag am 25. Juni 2007:
“Nobelpreisgekrönter Nationalsozialist” - Vortrag zum 50. Todestag des NS-Physikers Johannes Stark (1874-1957)
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Morgen jährt sich zum 50. Mal der Todestag des Greifswalder Physikers und Nobelpreisträgers Johannes Stark, der einer der prominentesten Vertreter des Nationalsozialismus im Bereich der Wissenschaft war. Mit seinem aggressiven Antisemitismus ist Stark, der schon vor der Machtübernahme der Nationalsozialisten eine von allem “Jüdischen” bereinigte “Deutschen Physik” konzipiert hatte, zweifellos einer der geistigen Wegbereiter des Holocaust. An der Universität Greifswald, wo er von 1917 bis 1920 gewirkt hat, wird Johannes Stark seit 1974 mit einer Gedenktafel geehrt, die sich über dem Eingang des alten Physikalischen Instituts (Domstraße 10a) befindet.

Die Evangelische Studentengemeinde Greifswald will zusammen mit dem Physikalischen Institut der Universität Greifswald eine kritische Auseinandersetzung mit Johannes Stark anregen. Der Wissenschaftshistoriker Dieter Hoffmann vom Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte spricht am 25. Juni um 20.00 Uhr in den Räumen der ESG im Lutherhof (Martin-Luther*-Straße zum Thema “Johannes Stark. Ein Physiker im Spannungsfeld von Physik und Politik”. Weitere Informationen in der Anlage.

Mit freundlichen Grüßen,

Benjamin Schöler

*PS: Ein übler Antisemit

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Benjamin Schöler
Steinstraße 3
17489 Greifswald

Festnetz: +49-(0)3834-766305
Mobil: +49-(0)176-70098320
Fax: +49-12120-224386
Email: benjamin.schoeler@gmx.de
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"In der Anlage, die vom Physikalischen Institut der Universität Greifswald und der Evangelischen Studentengemeinde herausgegeben wurde, lässt sich Folgendes lesen:"

„Nobelpreisgekrönter Nationalsozialist“. Vortrag zum 50. Todestag des Physikers Johannes Stark (1874-1957)

Eine Vielzahl von Gedenktafeln erinnert in Greifswald an verdienstvolle Wissenschaftler der Universität. An herausgehobener Stelle, am Turm des alten Physikalischen Instituts, ehrt seit 1974 eine Gedenktafel den Physiker Johannes Stark. Im Jahre 1919 war der damalige Direktor des Greifswalder Physikalischen Instituts für seine Bahn brechenden Entdeckungen im Bereich der Gasentladungsphysik mit dem Nobelpreis ausgezeichnet worden. Starks leidenschaftliches Engagement für die Wissenschaft verband sich dabei stets mit politischen Zielen, die ihn bereits zu Beginn der Weimarer Republik zum aktiven Vorkämpfer des Nationalsozialismus werden ließen. In Adolf Hitler fand Stark ein bewundertes Vorbild, hatte der Physiker doch schon 1912 von einem Ausgreifen Deutschlands nach Osten geträumt, indessen Folge die „eingeborene kulturell niedrig stehende Bevölkerung“ unterworfen werde oder untergehen müsse.

Mit seinem plumpen Versuch, einen Unterschied zwischen der als „jüdisch“ diffamierten theoretischen Physik Einsteins und der wahren „Deutschen Physik“ zu konstruieren, geriet Stark bald in die wissenschaftliche Isolation. Nachdem er 1920 nach Würzburg gewechselt war, musste er auf äußeren Druck hin bereits 1922 von seinem Lehrstuhl zurücktreten. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten erfolgte 1933 ein steiler Aufstieg. Stark verwies darauf, sich als „Nobelpreisgekrönter deutscher Wissenschaftler und zugleich kämpferischer Nationalsozialist“ bereits 1923 Adolf Hitler persönlich zur Verfügung gestellt zu haben. Dafür wurde er mit einflussreichen Ämtern belohnt: seit 1933 Präsident der Physikalisch-Technischen Reichsanstalt, wurde er 1934 zudem Präsident der Deutschen Forschungsgemeinschaft.

Ausgerechnet sein kompromissloses Beharren auf seinen antisemitischen Positionen, durch die er als einer der geistigen Wegbereiter des Holocaust zu gelten hat, brachte Stark jedoch schließlich in Widerspruch zu einflussreichen NS-Politikern, die die Bedeutung der von Stark bekämpften theoretischen Physik für militärische Zwecke erkannt hatten. Stark ging 1939 in den Ruhestand, setzte aber auch als Privatmann seinen Kampf für die „Deutsche Physik“ fort. Nach Kriegsende wurde er als „Hauptschuldiger“ zu vier Jahren Zwangsarbeit verurteilt, jedoch bald wieder entlassen und die Strafe zu einer Geldstrafe reduziert. Am 21. Juni 1957 starb Johannes Stark in Traunstein.

Aus Anlass seines 50. Todestages will die Evangelische Studentengemeinde Greifswald zusammen mit dem Physikalischen Institut der Universität Greifswald eine kritische Auseinandersetzung mit Johannes Stark anregen. Der Wissenschaftshistoriker Prof. Dieter Hoffmann vom Berliner Max-Planck-Institut für Wissenschaftsgeschichte spricht am 25. Juni um 20.00 Uhr in den Räumen der ESG im Lutherhof (Martin-Luther-Straße zum Thema „Johannes Stark. Ein Physiker im Spannungsfeld von Physik und Politik“. Der Eintritt ist frei.

"Auch wenn wir aus dem politischen Exil heraus nicht die Möglichkeit haben werden, dieser Veranstaltung beizuwohnen, bedanken wir uns dennoch recht herzlich bei Benjamin Schöler für die Einladung. Warum und woher wir diese Einladung erhalten haben, weiß nur der Himmel, aber die Wege des Herren sind halt manchmal unergründlich, selbst für Atheisten."

Quelle: Internet 

 

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